Kambodscha

«Man sieht nur etwas, wenn man hinschaut und man findet nur dort etwas, wo man sucht.»

So könnte man den Grund für eine Reise in dieses atemberaubend schöne und gleichermassen von Konflikten geschundene Land Südostasiens zusammenfassen. Manch ein weit gereister Globetrotter brachte höchstens die «Roten Khmer», Angkor Wat oder den Mekong mit diesem doch so alten Königreich in Verbindung.

Das unerwartete Spektrum, welches uns geboten wurde, bewegt sich zwischen kunsthistorischen Höhepunkten und einer beruhigenden Beschaulichkeit. Einen der schönsten, aber verborgensten Reize dieser noch immer recht armen Nation fanden wir auf dem Land und bei ihren Menschen. Kambodscha kann jedoch nicht nur mit diesen verborgenen Schönheiten aufwarten. Angkor ist die grösste Ansammlung von sakralen Bauwerken auf der ganzen Welt. Wohl jeder Besucher, so auch wir, gelobt bei seinem Abschied, wieder zurück zu kommen.

Im Herzen des Königreichs liegt der mächtige Tonle Sap, der grösste Binnensee Südostasiens. Wegen seines Fischreichtums siedeln die Menschen hier schon seit Jahrtausenden in schwimmenden Dörfern an dessen Ufern. Schon alleine diese faszinierende und eigenwillige Siedlungskultur, wie auch die Kunst der Fischerei macht einen Aufenthalt in dieser fruchtbaren Gegend unvergessen.

Auch wenn der Holocaust der «Roten Khmer» tiefe Narben auf den Seelen der Menschen hinterlassen hat, ihr berühmtes Lächeln, mit dem sie jeden Fremden verzaubern, haben sie nicht verloren. So schätzt der Reisende den Charakterzug einer entspannten, zurückhaltenden Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit dieser Menschen.

Um dieses Land und die Bewohner zu verstehen ist aber auch ein Grundwissen der neuzeitlichen geschichtlichen Hintergründe von Nöten:

1893 erklärten die Franzosen Kambodscha zu ihrem Protektorat. Leider versuchten die damaligen Kolonialherren, ihnen ihre franz. Kultur aufzudrängen, was sich als folgenschwerer Fehler herausstellte und später immer wieder die Ursache für Konflikte war.

Die Kriege in Kambodscha und in Indochina waren auch immer wieder und vorwiegend ideologische Stellvertreterkriege der Grossmächte. Während der eine Konflikt auf den kommunistischen Expansionismus und der amerikanischen Dominotheorie beruhte, basierte der andere auf dem kommunistischen Bruderkrieg zwischen der UdSSR und China, der sich nach 1979 entzündete. Ebenfalls 1979 intervenierte Vietnam in Kambodscha quasi gezwungenermassen und «vertrieb» die Roten Khmer, welche ihrerseits von den USA mit Geld und Waffen unterstützt wurden. Damit wollten sich die USA an Vietnam rächen und erreichten somit ihr Ziel, Vietnam für seine aggressive Expansionspolitik international zu ächten.

Aus heutiger Sicht waren die Menschen in Kambodscha die Leidtragenden und in manchen Gesichtern erkennt man noch heute die Trauer, das Leid und das ihnen angetane Unrecht.

Wer jedoch mit diesem Wissen respektvoll dieses Land bereist, wird unvergessliche Begegnungen mit liebevollen Menschen erfahren.

Nun wünschen wir euch viel Vergnügen bei einem kleinen Streifzug durch dieses geheimnisvolle Land der Khmer…

 

 

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